3.Woche

EIN TAG ALS HOLZFÄLLER UND BOOTSBAUER UNTERWEGS!
… an einem Sonntag im tiefen Amazonasgebiet…

Heute geht es mit Alvarro, unserem Dschungelchef, in die über 2 Stunden entfernte Stadt Alataya um ihm und seinem Freund zu helfen, ein Boot zu bauen. Wir fahren mit dem Taxi bis nach Picopalta, von da aus werden wir von seinem Kumpel abgeholt und fahren zu viert mit seinem Monster-Pick-up weiter. Der Dodge kämpft sich mühelos durch verschlammte Strassen und fährt sicher über Stock und Stein.

Wir fahren immer tiefer in das Amazonasgebiet hinein und erreichen nach einer weiteren Stunde unser Ziel, das Dschungelstädtchen Atalaya mit etwa 100 Einwohnern.

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Wir besuchen einen älteren, skurrilen Mann, namens Eduardo, ohne Zähne in seiner Werkstatt und lassen unsere Macheten Schleifen.

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Der ständig lachende Mann zeigt uns anschließend, welche Bäume wir für das zu bauende Boot Fällen dürfen. Wir staunen, wie hoch und dick die Bäume sind und können kaum glauben, dass wir diese nur mit einer Machete fällen sollen!

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Umso überraschter bin ich, dass ich einen 20 Meter hohen und etwa 30 cm dicken Baum in nur 5 Minuten mit einem lauten Knacken zu Fall brachte! Wir binden die Baumriesen an den Dodge und schleppen das Holz zu dem alten Mann in die Werkstatt.

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Dort wird später die Rinde entfernt und das Holz getrocknet. Anschließend werden sieben Stämme zusammen befestigt und in Form gesägt… und Voila! Fertig ist das Dschungelflussboot! Alvarro will in den nächsten Tagen mit seinem Freund und einigen anderen Bewohnern aus dem Camp den Rio Madre de Dios flussabwärts mit den selbstgebauten Flossbooten entlang fahren. Ein tolles Abenteuer, dass wir leider nicht mitmachen können, da wir dann leider wieder in der Zivilisation sind! “Que pena!”… wie schade!

Nach getaner Arbeit lädt uns der alte Mann in seiner Werkstatt zum Fischessen ein.
Beim Essen erzählt uns ein anderer Peruaner, dass er kürzlich einen Franzosen auf der anderen Flussseite begleitet hat, um ein Dokumentarfilm über den Dschungel und den Eingeborenen zu drehen. Als sie an Land gingen, erzählte er, wurden sie plötzlich von Ureinwohnern mit Steinen und Pfeil und Bogen angegriffen! Sie konnten jedoch unverletzt gerade noch flüchten.

Es ist schon komisch, auf den Fluss zu blicken, und zu wissen, das auf der anderen Seite ein paar Kilometer weiter , Indios leben, die nichts mit dem “weißen Mann” zu tun haben wollen. Und ein Stückchen weiter noch Stämme leben, die noch nie Kontakt zur westlichen Welt hatten.

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