22. Woche – 11. Februar bis 15. Februar 2013

Wir kehren nach einer chilligen Woche Bocas del Toro wieder dem Rücken zu und reisen weiter in das üppig-grüne Tropenland Costa Rica.

Mit dem Bus fahren wir zur Grenzstation Sixaola. Nachdem wir recht zügig die Formalitäten erledigt und einen Obolus von 10 Dollar für die Ausreise entrichtet haben, geht es zu Fuss über eine schon ziemlich morsche und mehrfach geflickte, ehemalige Eisenbahnbrücke.
Wir begegnen zahlreichen Einheimischen und Touristen, die von einer Grenze zu anderen über die Brücke wandern.
Die einzige Veränderung auf der costa-ricanischen Seite scheint die Bierwerbung zu sein. Hatte man zuvor überall die “Panama Lager” (für mich das beste Bier in Panama!) Werbeschilder gesehen, stösst man hier überall auf den schwarzen Adler auf gelb-rotem Hintergrund: IMPERIAL ist die Lieblinsgbiermarke der Ticos, wie sich die Costa Ricaner selbst nennen.

Das kleine Land verfügt über riesige Regenwälder und einer einzigartigen Artenvielfalt, wie sie es sonst nirgendwo auf der Welt gibt.

Als wir das entspannte Hippiedorf Puerto Viejo auf der karibischen Seite von Costa Rica erreichen, ist alles um uns herum einfach nur üppig dichtes Grün in seinem ganzen Farbspektrum zu sehen.

Unsere schöne Unterkunft, welches sich in französischer Hand befindet, ist etwas abseits im Regenwald gelegen.
Das Anwesen wird von “Babusch” bewacht, einem angsteinflössenden, schwarzen, riesigen Hund. Das Tier ist fast so gross wie ein Kalb! Der Riesenhund ist jedoch lammfromm und verschmust, kann aber furchteinflössend bellen, so dass die ganze Erde bebt!

Wir leihen uns ein paar Fahrräder und erkunden die Umgebung. Leider hat sich Melanie ziemlich erkältet, so dass ich mich spontan allein zu einer grösseren Erkundungstour entschlossen habe. Der Drahtesel ist ein typisches “Beachbike”. Keine Gangschaltung und dafür ganz oldschool mit Rücktrittbremsen ausgestattet. Da muss man sich erstmal wieder dran gewöhnen. Schliesslich ist es schon ungefähr 35 Jahre her, als ich das letzte Mal
Fahrrad mit Rücktritt gefahren bin! Egal, das Iphone ist frisch aufgeladen und so mach ich mich mit den stimmungsvollen und irgendwie zu der Landschaft passenden Songs von Mana in den Ohren auf dem Weg in das 13 Kilometer entfernte Manzanillo auf. Es wird die wohl schönste Fahrtadtour meines Lebens werden! Die gut gebaute Strasse, die direkt durch den Dschungel führt, ist einfach traumhaft. So gut wie keine Autos unterwegs, dafür viele Einheimische, die zu Fuss oder auch mit dem Fahrrad unterwegs sind und mich freudlich grüssen und winken. Aus dem dichten Regenwald dringt ein wunderschönes Konzert aus Vogel- und anderen Tierstimmen hervor. Ab und zu sehe ich ein paar Brüllaffen in den Bäumen umherspringen und Tukane, die auf Ästen rasten.

Es ist fantastisch! Links von mir liegt die karibische See und direkt rechts an der Strasse entlang befindet sich der dichte Regenwald!

In Manzanillo angekommen, einem winzigen, aber sympathischen Dorf, springe ich erstmal ins Meer. Nach dieser kurzen Erfrischung und einem eiskalten Bier am Strand geht es wieder zurück.
Die Dämmerung hat bereits eingesetzt und die relativ kleinen Houwler (Brüllaffen) brüllen wie Dinosaurier um die Wette. Unglaublich, wie so kleine Tiere so ein lautes Gebrüll zustande bringen!

Am nächsten Tag besuchen wir das sehr empfehlenswerte Jaguar Reserve Center, eine Art Tierheim und Aufzuchstation. Dort werden aus Rücksicht gegenüber den Wildtieren nur zweimal vormittags offiziele Führungen angeboten. Der Eintritt von 15 Dollar ist
mehr als lohnenswert, schliesslich lernt man eine Menge über die einheimischen Wildtiere kennen und kann dem fachkundigen Personal
jederzeit Fragen stellen.
Besonders fasziniert hat uns der wunderschöne Ozelot, der leider als Jungtier nachts mit einem Auto kollidiert ist. Seitdem ist das schöne Tier blind und hat einen leichten Gehirnschaden. Einmal am Tag gehen die Pfleger mit dem Tier für mehrere Stunden in den Dschungel. Alleine kann der Ozelot nicht mehr in der Wildnis überleben. Man schätzt, dass es weltweit nur noch etwa 500 Exemplare dieser wunderschönen Raubkatzen gibt. Trotzdem werden diese einzigartigen Tiere immer noch (illegal) wegen ihres schönen Fells gejagt, damit sich ein paar Bonzen ohne jeglichen Stil und dazu mit schlechtem Geschmack das tote Tier um die Schulter hängen können. Was für eine Schande!

Nach einigen interessanten Begegnungen mit verschiedenen Raubkatzen, Faultierbabies, frechen Tukanen und lustigen Affen, verlassen wir nach 3 Stunden
wieder die Aufzuchtstation und bedanken uns beim
Personal und den vielen Freiwilligen für ihre tolle Arbeit.

Unseren letzten Tag in Puerto Viejo lassen wir gemütlich am schönen Strand ausklingen. Am
nächsten Morgen reisen wir weiter in die Hauptstadt Costa Ricas, nach San Jose!