21. Woche – 27. bis 31. Januar 2013

Wir sind gerade erst ein paar Stunden in Santa Catalina, einem verschlafenem Fischer Nest am Pazifik, gelandet und treffen schon wieder auf einen Teil unserer Segeltruppe. Am Abend gehen wir gemeinsam Pizza essen und planen ein paar Aktionen für den nächsten Tag! Nachdem uns Claudio und Andrea begeistert von ihrem Tauchgang auf der Isla Coiba erzählt hatten, beschlossen wir ganz spontan, dass Melanie ihren Open-Water-Tauchschein machen sollte. In dem überschaubaren kleinen Dorf haben wir am
nächsten Tag schnell eine professionelle Tauchschule gefunden, die in englischer und deutscher Sprache unterrichten. Für Melanie heisst das, erstmal Theorie büffeln, bevor es unter Wasser geht. Während Melanie die “Schulbank drückt” entscheide ich mich bei schönstem Wetter zum surfen und treffe dabei wieder auf unsere Segeltruppe. Am schwarzen Sandstrand bin ich froh, dass ich meine Flip-Flops unter meinen Fusssohlen habe. Der Sand ist mörderisch heiss! Manche von uns bekamen riesige Brandblasen an den Füssen.
Im Schatten unter den vielen Palmen ist es jedoch schön angenehm und die Sicht auf den endlosen Strand und das Meer einfach nur traumhaft. Die Wellen sind gross, aber gleichmässig und sanft. Ideale Voraussetzungen zum üben! Zur High-Tide schnappe ich mir ein Board, welches ich mir mit Guilermo und Hanna teile und ab gehts! Juchhu… der erste Ride auf den Wellen gelingt perfekt! Ich reite auf der Welle solange, bis sie am Strand ihre Kraft verloren hat. Das gleiche nochmal… und nochmal von vorne… ein Heidenspass und (wieder einmal) ein schöner Tag! So könnte das Leben jeden Tag sein! Was braucht man schon mehr, als einen schönen, sauberen Strand, tolle Wellen und Sonnenschein???

Am nächsten Tag steht Melanie schon früh auf. Ihr erster Tauchgang in 12 Meter Tiefe steht heute an. Ich darf sie mit meiner Schnorchelausrüstung begleiten. Mit einem Schnellboot rasen wir mit High-Speed 1,5 Stunden weit raus aufs Meer zum berühmten Coiba-Meeresnationalpark rund um die Isla Coiba. Der “Park” befindet sich im Pazifik Panamas ubd umfasst mehr als 2700 Quadratkilometer Fläche. Das Gewässer rundherum um die Insel Coiba und den vielen kleineren Nachbarinseln ist berühmt für riesige, tropische Fischschwärme, für zahlreichen Riffhaie, Meeresschildkröten und Mantarochen! Manche Schnorchler sind sogar schon mit einem über 12Meter grossen Walhai geschwommen!
Wir sind schon sehr aufgeregt. Besonders der erste anstehende Tauchgang lässt Melanies Herz vor Aufregung pochern. Auf einer kleinen Inseln gehen wir an Land und machen uns für den Tauchgang bzw. Schnorchelausflug fertig. Bumm-Bumm, Bumm-Bumm, Bumm-Bumm… so kann ich Melanies Herz klopfen hören, als sie sich in ihren schicken Neoprenanzug hineinzwängt. Der belgische Tauchlehrer führt Melanie und zwei kanadische Mädchen ans Wasser und erklärt den Ablauf für den ersten Tauchgang. Ich hingegen ziehe meine Flossen an und schnorchel durch das Gewässer! Über Wasser stehend kann man schon im kristallklaren Wasser einige Fischschwärme und auch grosse Fische entdecken. Mein Schnorchelgang sieht vielversprechend aus…. und tatsächlich, ist es unglaublich, wie wunderschön und bunt schon wenige Meter vom Ufer entfernt sich die Unterwasserwelt präsentiert: Millionen von Fischen in tausend Farben leuchten im Wasser. Mit einem berauschenden Gefühl tauche ich mitten in einen Schwarm von mehreren Hunderten Zitronenfischen ein und vergesse fast dabei, wieder aufzutauchen, um nach Luft zu schnappen. Nachdem ich nur wenige Minuten später eine grosse Meeresschildkröte etwa 2 Meter unter mir entdecke und mit ihr fast 10 Minuten gemeinsam schwimme und tauche, hat mich der Rausch des Meeres vollends erfasst.
Als ich der Schildkröte nicht mehr folgen konnte, entdecke ich wenige Minuten später den König der Meere: Nur etwa 5 Meter unter mir ruht ein Hai, ein sogenannter weisser Riffhai und lauert auf Beute!
Das Raubtier ist etwa 2,5 Meter gross und wirkt ziemlich entspannt. Für mich ein Grund, dem Hai mal aus der Nähe Guten Tag zu sagen! Ich fasse meinen ganzen Mit zusammen und hole nochmal tief Luft und tauche tief hinab. Mit den Flossen bin ich ruckzuck in 4 Meter Tiefe und nur noch wenige Zentimeter vom Hai entfernt. Scheinbar hatte er heute schon ein ausreichendes und leckeres Frühstück zu sich genommen, da er mir keine besondere Beachtung schenkt und in dem Moment, als ich ihn streicheln wollte, in die unendliche Weite des Meeres verschwindet.
Schnorchelnd umrunde ich die Insel und entdecke immer wieder Haie, tropische Fischschwärme und Schildkröten. Zufällig erspähe ich Melanie und die Tauchergruppe etwa 5 Meter unter mir. Ich beobachte noch ein bisschen fasziniert die Gruppe bei ihren Tauchübungen, bevor ich wieder an Land gehe.
Später taucht Melanie ebenfalls auf und berichtet mir begeistert von ihrem ersten Tauchgang und ihrer Begegnung mit mehreren Haien und den unendlich vielen Tropenfischen.

Am späten Nachmittag düsen wir wieder mit ordentlichem Speed an zahlreiche Inseln vorbei und zurück ans Festland. Von weitem sehen wir noch Delfine aus dem Wasser springen.

Am nächsten Tag absolviert Melanie ihren vierten Tauchgang in 18 Meter Tiefe. Zeitweise schwimme ich über ihr und beobachte wie hypnotisiert, die Millionen von Luftblasen, die von den Tauchern nach oben steigen und in denen sich das Sonnenlicht und ich mich selbst darin tausendfach spiegel.

Mit Bravour besteht Melanie ihre Tauchprüfung und ist nun stolze Besitzerin des Open-Water-Tauchscheins!

Dies feiern wir gebührend mit einem leckeren, gegrillten Fisch am Strand von Santa Catalina, bevor wir uns am nächsten Morgen auf in die Berge nach Boquete machen.