20. Woche – 13. bis 17. Januar 2013

Von Medellin aus fliegen wir nach Santa Marta an die Karibikküste und fahren direkt mit einem Minibus nach Taganga.

Taganga ist ein ehemaliges Fischerdorf, welches bei Backpackern sehr beliebt ist. In vielen Reiseführern wird der Ort auch für sein Beachlife und den schönen Tauchrevieren empfohlen. Als wir den Strand von Taganga erreicht haben, waren wir erstmal regelrecht geschockt! Von einem schönen Karibikstrand ist weit und breit nichts zu sehen. Dafür aber jede Menge Müll und Dreck überall. Wir haben den Eindruck,dass sich die scheinbar permanent alkoholisierten Einheimischen und Touristen sich hier richtig wohl fühlen. Familien spielen mit ihren Kindern und Hunden ebenso im verdreckten, stinkenden Wasser wie die vielen jungen Partytouristen. Von schneeweissen Stränden und türkisblauen Wasser ist hier meilenweit nichts zu sehen. Karibische Strände und unsere Ansprüche sehen anders aus!

Zum Glück haben wir abseits vom Strand recht schnell ein wunderschönes Hostel in Hanglage gefunden. Das “Casa de Felipe” ist das perfekte Top-Hostel, dass aus mehreren Gebäudeteilen besteht, die in der weitläufigen und geschmackvoll gestalteten Gartenanlage verteilt sind. Dazu gibt es mehrere Dachterassen,von wo aus man wunderbar mit einem Drink in der Hängematte liegend, den Sonnenuntergang beobachten kann. Ausserdem gibt es noch ein schönes Gartenrestaurant, in dem ein französischer Koch leckere Gerichte serviert. So kommen wir endlich mal wieder in den Genuss eines kleinen Gourmetmenus­: Gebratenes Fischfilet und Langostinis mit Weissweinsauce und frischem Gemüse serviert. Lecker! Besonders die Sauce war ein Traum, da die Südamerikaner praktisch keine Saucen kennen. Meistens wird überall alles trocken serviert, Reis mit Bohnen, dazu wahlweise frittierten Fisch, Fleisch oder Chicken. In jedem Land gab es bisher dieselbe Auswahl. Von einer kreativen Küche fehlt hier in Südamerika – mit Ausnahme von Peru – leider jede Spur!

Wir schauen uns in den nächsten Tagen die weitere Umgebung noch etwas genauer an, u.a. besuchen wir einen Strand in der Nähe, der mit dem Boot erreichbar ist und unternehmen einen Tagestrip in den Tayronna Nationalpark.
Überall das gleiche Bild: MÜLL MÜLL MÜLL

Für uns ist das Verhalten vieler Einheimischer und auch von zahlreichen Touristen unbegreiflich. Nur weil gerade kein Mülleimer in der Nähe ist, wird einfach alles hingeschmissen­: Flaschen, Dosen, Papier, Batterien usw. Einige Menschen, die ihr Gehirn schon vollends im Alkohol ertränkt oder durch Drogenkonsum vernichtet haben, schmeissen ihren Abfall sogar direkt ins Wasser am Strand! Ein Ort mit Potential versinkt so im Müll. Das Niveau der Leute scheint sich bald der verdreckten Umgebung anzupassen. Schade und dumm, dass so mit Natur umgegangen wird.
Wenn wir nicht so eine fantastische Unterkunft hätten,wären wir schon am zweiten Tag wieder verschwunden.

Zum Abschluss noch ein kleines Beispiel menschlicher Dummheit:
Bei unserem Besuch im Tayronna Park zur Playa Crystall bekamen wir am Eingang vorbildlich eine grosse Mülltüte und eine Vorschriftstafel, wie man sich im Park verhalten soll. Darauf war zu lesen, dass man Zigarettenkippen, Flaschen und Dosen nicht in die Natur sondern in die Mülltüte werfen und diese dann bei der Abreise am Ausgang abgeben soll. Nun, für uns und auch für die vielen kolumbianischen und ausländischen Touristen ist das logisch und selbstverständlich. Dumm nur, dass weiter entfernt am Strand eine Bude ist, die Essen mit Plastiktellern und Plastikbesteck, sowie Aluminiumpapier serviert. Ein Windstoss und der ganze Kram liegt verteilt am Strand herum. Mülleimer sind dort nicht vorhanden und von dem zahlreichen Personal fühlt sich keiner zum abräumen oder aufräumen imstande.
Würde man hier ein paar Mülleimer mit Deckel aufstellen und dem zahlreichen, aber dummen Personal in den Arsch treten, wäre alles schön sauber und man könnte bedenkenlos barfuss laufen, ohne in irgendwas reinzutreten.

Nach 5 Tagen ist genug! Wir reisen ab und fahren in die schöne Stadt Cartagena, von wo aus es bald mit einem Katamaran zu den San Blas Inseln und dann nach Panama gehen soll.

FAZIT: Taganga lohnt sich nur für Leute, die einen Tauchschein machen wollen. Den kann man hier günstig erwerben und ausserdem soll es schöne Tauchreviere geben. Wer wirklich schöne Strände gewöhnt ist oder welche sehen möchte, sollte sich ein anderes Ziel suchen!