14. Woche – 16.Dezember

Tatsächlich erreichen wir Manaus (fast) genauso wie wir es geplant hatten:

In Natal verabschiedeten wir uns von Carmen und Arnold und marschierten frühmorgends zur Bushaltestelle, um Richtung “Innenstadt” zu fahren, und dort wiederum in einen anderen Bus umzusteigen. Tja, und genau der Bus kam eben nicht, der uns zum Flughafen bringen sollte. Die Haltestelle befand sich natürlich mitten in der prallen Hitze. Weit und breit kein Schatten in Sicht! Der Schweiss lief uns in Strömen den Rücken runter, aber wir warteten geduldig weiter. Doch als wir irgendwann genug von der Warterei in der Sonne hatten, beschlossen wir das nächstbeste Taxi anzuhalten.
Leider kam keines! Statt dessen hält in unmittelbarer Nähe vor uns ein alter, zweitüriger Opel Kadett an.
Der nette Mann von nebenan, der ebenfalls dort wartete und der uns einige Zeit vorher schon den Weg zur richtigen Bushaltestelle erklärte, lud uns ein, uns zum Flughafen zu bringen.
Mit einer freundlichen Geste gab er uns zu verstehen, dass wir einsteigen sollen. Wir schauen uns an, checken die Lage und unsere Menschenkenntniss und stimmen zu! Schnell wurde das Gepäck im kleinen Kofferraum verstaut und wir nahmen auf den Rücksitz Platz. Der Fahrer, ein kräftiger Bursche, schien der Sohn zu sein. Die Türen wurden geschlossen und los gings. Kurz wurde uns dann doch etwas mulmig, da wir durch eine verlassene Industriegegend und brennenden Müllhaufen fuhren und ich sah uns schon vor meinem geistigen Auge ausgeraubt und mit aufgeschlitzter Kehle in irgendeinem Srassengraben liegen.
Aber die ersten geistigen Schreckgespenster verflogen schnell und das gute Gefühl kam zurück. Tatsächlich fuhren uns die beiden Herren direkt bis zum Eingang des Flughafens und halfen uns sogar noch mit dem Gepäck! Sie wollten nicht einen einzigen Real dafür…
Unglaublich! Wir waren von dieser Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft geradezu überwältigt!
Aber eben auch doch wieder typisch für die unkomplizierte, brasilianische Hilfsbereitschaft und Herzlichkeit! Wir wünschten den Beiden ein Frohes Fest und dann brausten sie wieder ratternd davon.

Zwar haben wir auch vor Ort keinen Flug von Natal nach Manaus finden können, konnten aber dafür einen Flug von Fortalezza nach Manaus im Internetcafe buchen. Der Flug sollte schon am Montag um 4Uhr morgends starten. Zu dem Zeitpunkt hatten wir es bereits Sonntag 12Uhr mittags. Wir
hatten also noch rund 16 Stunden bis zum Abflug Zeit.
Fortalezza ist ja schliesslich nur einen Katzensprung von Natal entfernt – nämlich nur 800 Kilometer entfernt!
Für uns bedeutete dass wieder zurück nach Natal-Centro zu fahren, um vom “Rodoviária” (Fernbusbahnhof) aus nach Fortalezza zu fahren. Klingt einfach, ist aber schwierig!
Aber das Glück ist schon wieder auf unserer Seite! Wir trafen am Flughafen einen netten Herrn aus Rio de Janeiro, der geschäftlich in Natal zu tun hatte und uns freundlicherweise bis zum Busbahnhof begleitete, da er dort auch hinwollte. Auf dem Weg gab er uns noch eine kostenlose Lehrstunde in Portugiesisch. Dann half er uns noch beim Ticketkauf und schon stiegen wir kurz darauf in unseren Bus und waren nach 10 Stunden Busfahrt und 20 Minuten Taxifahrt am
Flughafen Fortalezza! Es lief wie am Schnürchen. Die Uhr schlug Punkt 12Uhr Mitternacht, als wir die Flughafenhalle betraten. Dort war noch die Hölle los… Geschäfte, Restaurants und Apotheken haben dort rund um die Uhr geöffnet, was uns natürlich sehr gelegen kam. Schliesslich mussten wir noch irgendwie 4 Stunden Zeit totschlagen!
Nach einer gefühlten Ewigkeit war es soweit: Wir fliegen völlig übermüdet nach Manaus in Amazonien!

TUDO BEM!