11. Woche – 18./19. November 2012

Nachdem wir ausreichend Strand- und Meeresluft in Buzios geschnuppert hatten, kehrten wir nach 3 Tagen wieder zurück in unsere neue Lieblingsstadt Rio de Janeiro!

Nach nur knapp zwei Stunden Busfahrt sahen wir schon wieder “unseren” Zuckerhut und den Christo, der uns von hoch oben erneut begrüsste. Diesmal jedoch mit einem strahlendblauen Himmel und einer ordentlichen Portion Sonnenschein! Der Sonntag machte seinem Namen alle Ehre.

Wir wollten nochmal eine letzte Nacht in Rio verbringen und nochmal in das bunte Treiben der Copacabana und Ipanema Beach eintauchen, bevor wir Montag mittag weiter in die 1500 Kilometer nördlich entfernt liegende Stadt Salvador de Bahia fliegen werden.

Dass es an diesem Sonntag tatsächlich noch richtig zu einem bunten, wildem Treiben kommen würde, konnten wir noch nicht ahnen!

Mit der Metro geht es mit Badehose, Strandtuch und FlipFlops zur berühmten Copacabana, die etwas an Glanz verloren hat, jedoch durch einige Sanierungsmassnahmen wieder seinen Charme langsam zurück gewinnt.

Für eine 6-Millionen-Metropole ist die U-Bahn erstaunlich leer. Ausser einigen hemmungslos knutschenden, männlichen Teenagern und einer handvoll Nachwuchsgangster, die sich spastisch zappelnd zu einem laut dröhnenden Hardcore-Rap aus einem Ghettoblaster bewegten, waren wir die einzigsten U-Bahnfahrer.

Station Copacabana. Wir steigen mit den schwulen Jungs und den Kleingangstern aus und sind auf den berühmt-berüchtigten Strand gespannt, der durch diverse Promis in aller Welt bekannt wurde.

Kaum erblicken wir wieder das Tageslicht, geraten wir in einen Menschenstrom, der sich zur Praia Copacabana bewegt. So können wir schonmal den Weg zum Strand nicht verfehlen.

Nach einem kurzen Spaziergang sind wir da. Mit dem Zuckerhut im Hintergrund präsentiert sich die Copacabana mit einem superbreiten, feinsandigen Strand in einer Bilderbuchkulisse vor uns!

Nicht nur die Copacabana hat sich rausgeputzt: Auch die vielen Transen haben sich “feingemacht” und posieren gerne mal vor der Kamera.
Einige Schritte weiter hören wir von weitem die hämmernden Bässe aus irgendwelchen gigantischen Lautsprechern und bemerken, dass immer mehr Menschen den Strand bevölkern. Plötzlich wird die Strandpromenade immer voller… und wir stehen mittendrin in der Gayparade Rios (Schwulen-/Lesbenparade)!
Familien, Touris, Heteros, Oma und Opas… alles mischt sich miteinander und zelebriert das schöne Rio zusammen und feiert sich selbst dabei!

Wir feiern natürlich mit und beenden den erlebnisreichen Tag abends am Ipanema Beach mit einem traumhaften Sonnenuntergang und einem leckeren Caipi!

Die Lage und die Kulisse von Rio zieht uns erneut und immer wieder in seinen Bann.

Am nächsten Morgen fahren wir mit dem Taxi zum Aeroporto, der direkt vor dem Zuckerhut am Meer liegt. Kurz nachdem der Flieger abhebt, eröffnet sich uns aus der Vogelperspektive ein atemberaubender Anblick über den Zuckerhut, den Ipanema Beach und der Copacabana, dann über die ganze Stadt bis zur Christostaue! Was für ein Abschied!

Ich musste daran denken, wie uns Reisende berichteten, wie enttäuscht sie von Rio waren und dass sich ein Besuch von mehr als 3 Tagen nicht lohnen würde. Fasziniert betrachte ich Rio von oben und denke an unsere erlebte Zeit in Rio: An die Stimmung an den Stränden, an den prachtvollen Jugenstilvillen, an den Favelas auf den Hängen, an unseren spontanen nächtlichen Ausflug in ein altes Arbeiterviertel, wo wir mit Einheimischen an einer Strassensambasession teilnahmen usw.. Wir hätten noch weitere 14 Tage dran hängen können!

Nun geht es aber erneut nach Sao Paulo, um von dort weiter nach Salvador de Bahia zu fliegen. Wir freuen uns schon sehr darauf, Sao Paulo ebenfalls von der Vogelperspektive aus zu betrachten.

Dies war nicht weniger spektakulär als die Sicht über Rio! Die GOL-Maschiene flog uns gefühlt gefährlich-knapp über das gigantische Wolkenkratzermeer von Sao Paulo. Ein Anblick der uns sowohl faszinierte, wie auch bedenklich stimmte. Wie übergrosse Dominosteine stehen tausende Wolkenkratzer unter uns.

Der Flieger landete sanft zwischen dem Häusermeer. Wir stiegen aus, um uns für den Weiterflug nach Salvador de Bahia einzuchecken.

Dann die grosse Überraschung: Fassungslos starrten wir auf unser E-Ticket (elektronisches Flugticket), auf dem tatsächlich folgendes stand (und wir dies erst in Sao Paulo bemerkten):

Rio – Sao Paulo 10:30Uhr

Sao Paulo – Salvador de Bahia 12:45Uhr

Zwischenstopp: RIO DE JANEIRO

D.h. wir sind gerade eben von Rio nach Sao Paulo geflogen und fliegen gleich wieder nach Rio zurück, um von da letztendlich nach Salvador de Bahia zu fliegen! Verrückt!

Also genossen wir die Sicht über Sao Paulo und Rio de Janeiro ein zweites Mal aus der Vogelperspektive.

Rio de Janeiro lässt uns einfach nicht mehr los – im wahrsten Sinn des Wortes!

Rio wollte sich scheinbar für uns zum Abschied nochmal auf ganz besondere Weise zeigen. Durch die verrückte Flugstrecke konnten wir die Stadt tatsächlich 3mal aus verschiedenen Vogelperspektiven bei absolut klarer Sicht sehen.
Ein zwanzigminütiger Helikopterrundflug hätte uns über 500 EUR gekostet!

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Ohne Havaianas, den beliebten Zehentrennern geht es nicht.

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Start direkt vorm Zuckerhut

Sao Paulo von oben auf dem Landeanflug

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