10. Woche. – 11.11.2012

Heute haben wir einen wunderschönen Sonntagmorgen wie aus dem Bilderbuch! Blauer Himmel und Sonnenschein dazu tropische Temperaturen. Der perfekte Tag um den berühmten Ipanema Beach zu besuchen! Bevor wir uns auf den Weg machen, genießen wir noch das üppige Frühstück und die tolle Sicht aus unserem Panoramafenster!

Unser Hostel und somit unser Ausgangspunkt befindet sich auf dem höchsten Punkt von Santa Teresa und ist daher auch relativ weit weg von den Stränden. Das Stadtviertel ist dennoch reizvoll und versprüht seinen ganz eigenen Charme und unterscheidet sich völlig von den anderen Stadtteilen Rios. Besonders Europäer zieht es hierher und das nicht nur als Touristen. Viele Ausländer, darunter auch etliche Deutsche haben sich hier niedergelassen und stehen damit in einer alten Tradition. Von jeher war Santa Teresa ein Viertel, in dem sich deutsche Auswanderer zu Hause gefühlt haben.

Der malerisch auf einem Hügel liegende Stadtteil grenzt an die tiefer gelegenen Stadtteile Cosme Velho, Laranjeiras, Catete, Glória, Lapa, Bairro da Fátima. Von den beiden letztgenannten Stadtteilen aus ist es nur noch ein kurzer Weg ins Zentrum und auch zum Ipanema Beach!

Also, los geht’s! Wir rutschen in unsere Zehentrenner, schmeißen unser Strandtuch über die Schulter und bewaffnen uns mit IPhone und Digicam! Für einen kurzen Moment zögern wir nochmal… sollen wir wirklich soviele Wertsachen mitnehmen? Steht doch in unserem Reiseführer geschrieben,dass man außer einem Handtuch absolut nix mit an den Strand nehmen soll, da man ansonsten einen Raubüberfall riskieren könnte!?
Das wiederum können wir uns kaum noch vorstellen, da wir zwischenzeitlich die Brasilianer als ein sehr herzliches und hilfsbereites Volk kennengelernt haben.
Also werfen wir die restlichen Bedenken über Bord und wollen “vollbewaffnet” mit dem Collectivo zur Metrostation “Largo do Machado” im Stadtteil Catete fahren. Bei den Collectivos handelt es sich um Minibusse, die hauptsächlich von den Einheimischen genutzt werden. Man winkt die Minibusse einfach heran und steigt aus,wo man möchte. Der ganze Spass kostet pro Fahrt und Person 2,50 Reals (ca. 95Cent) und stellt eine tolle, unkomplizierte und manchmal abenteuerliche Möglichkeit dar, um von A nach B zu kommen.

Wir haben Glück! Kaum haben wir unsere Villa verlassen, hält ein ziemlich alter, klappernder VW-Bus an, der seine glanzvollen Zeiten schon lange hinter sich gelassen hat. Der Bus ist schon voll mit Leuten. Platz gibt es keinen mehr, weshalb wir in geduckter Haltung stehen müssen und uns bei der rasanten und kurvenreichen Fahrt gut festhalten müssen!
An der Metrostation steigen wir aus, kaufen die Tickets (pauschal 3,20 Reals ca. 1,20 EUR pro Fahrt/Person) und fahren mit der UBahn nach Ipanema. Alles ganz easy und unkompliziert (besonders im Vergleich zu Deutschland, wo man erstmal stundenlang damit verbringen muss, die verschiedenen Tarifzonen an den Fahrtkartenautomaten
zu studieren, bevor man überhaupt in die Bahn einsteigen kann!)!

Nach einer kurzweiligen Fahrt kommen wir in Ipanema an und besuchen erstmal dort den riesigen Hippie-Market! (findet jeden Sonntag statt!)

Herrlich, was es hier alles zu kaufen gibt!! Tja, wie schon in Argentinien würden wir jetzt ausnahmsweise mal wieder mit den Pauschaltouristen tauschen, damit wir ordentlich shoppen und die erbeuteten Waren schon bald wieder zu Hause auspacken könnten. Wunderbare Wohnacessoires, Schmuck, T-Shirts, Kunst und Handwerk sind hier preiswert und in hoher Qualität zu finden!

So müssen wir uns mit ein paar Armbändern und einem Strandtuch zufrieden geben, mehr passt in unseren übervollen Rucksäcken nicht rein.

Ein paar Schritte weiter erwartet uns der Ipanema Beach so wie wir es uns vorgestellt haben!
Muskelbepackte Poser trainieren und präsentieren sich neben (manchmal) auch hübschen Girls, die ihre üppigen Kurven in knappen Bikinis verpackt haben auf der Strandpromenade. Auf der – nur Sonntags – für PKWs gesperrten Strasse tummeln sich unzählige Skate- und Longboarder sowie Inlineskater und Discorollergirls, die ihre akrobatischen Fahrtkünste den zahlreichen Passanten vorstellen. Der Strand selbst ist eigentlich nichts besonderes, die Atmosphäre und Stimmung ist allerdings einmalig und entspricht exakt unseren Vorstellungen.

Alles ist lebendig und auf den Beinen! Überall wird Beachvolleyball- und Soccerball gespielt, Caipirinha trinkende Leute sitzen an den zahlreichen Strandbuden. Wir sind umgeben von fröhlichen Menschen und tauchen schnell in diese ungezwungene Atmosphere ein und lassen uns von der guten Stimmung mitreißen.

Mit einem leckeren Caipirinha lassen wir den Abend am Strand ausklingen und freuen uns auf morgen, wenn es zum Zuckerhut und zum Cordovero geht, wo Christo über die City of God wacht!

Unsere Unterkunft erreichen wir tatsächlich wieder unbeschadet und mit all unserem technischen Equipment! ;-)
Die Warnungen vor Diebstahl und bewaffneten Raubüberfällen die in den Reiseführer geschrieben stehen, sind sicherlich irgendwie berechtigt, jedoch auch häufig völlig übertrieben. Für manche Menschen können sogar gerade diese Warnungen selbst zur Gefahr werden, da sich manche durch die Warnungen verunsichert auf der Strasse bewegen und somit das perfekte Opfer für potentielle Bösewichte darstellen!

Gesunder Menschenverstand reicht in der Regel völlig aus, um sich in Rio und auch anderswo sicher und frei bewegen zu können.
Wer mit Rolex und fetter Goldkette um den Hals durch die Gegend rennt, brauch sich nicht zu wundern, wenn er mit schwerem Nasenbluten und ohne den geliebten Habseligkeiten irgendwo in einer dunklen Gasse landet.

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